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Wildunfälle – pro Tag kracht es 723mal in Deutschland

Die Tage werden so langsam wieder kürzer, auch wenn uns der Rekordsommer noch immer sommerlich warme Temperaturen beschert. Damit steigt auch die Gefahr von Wildunfällen massiv an. Denn gern begeben sich Fuchs und Reh in der Dämmerung auf Wanderschaft – auf der Suche nach Futter.

Der
Sommer neigt sich dem Ende zu – und damit wächst auch die Gefahr, mit einem
Wildtier zusammenzustoßen. Zwar ist im ganzen Jahr die Zahl der Wildunfälle
hoch. Aber im Herbst sind die Tiere besonders oft auf Wanderschaft, so
berichtet der Deutsche Jagdverband (DJV). Die Waldbewohner wollen dann ihre
Futtergründe aufsuchen und ihr Winterquartier.

Da der
Sommer sehr trocken war und viele Tiere kaum Nahrung finden, ist zu erwarten,
dass sie in diesem Jahr besonders weite Strecken zurücklegen müssen. Deshalb
heißt es für Autofahrer: Immer auch mal den Fahrbahnrand im Blick haben, ob
dort ein Tier steht. Das gilt besonders bei waldnahen Straßen.

Immense
Schäden durch Wildtiere

Die
Gefahr eines Zusammenstoßes sollten dabei Auto- und Zweiradfahrer nicht
unterschätzen. Pro Tag müssen die Versicherer im Schnitt 723 versicherte
Wildunfälle regulieren, so geht aus Daten des Gesamtverbandes der Deutschen
Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. In Summe kostete das die Versicherer 2016
rund 682 Millionen Euro (neuere Daten nicht vorliegend). Seit Jahren steigt die
Zahl der Unfälle stark an: Auch, weil immer mehr Autos unterwegs sind und den
Tieren der Lebensraum streitig gemacht wird.

Aufgrund
der hohen Schäden ist es empfehlenswert, den Versicherungsschutz des Autos
nicht auf eine Kfz-Haftpflicht zu reduzieren. Für viele Schäden kommt bereits
eine Teilkasko-Versicherung auf. Allerdings ist hier Vorsicht geboten. Oft
übernimmt die Teilkasko nur Unfälle durch Haarwild, etwa Rehe, Wildschweine
oder Hirsche. Wenn der Versicherer auch bei einem Zusammenstoß mit Haustieren
oder Vögeln zahlen soll, muss dies explizit im Vertrag vermerkt sein. Hier
lohnt ein Upgrade auf den Vollkasko-Schutz: Die Vollkaskoversicherung leistet
in der Regel auch, wenn Haus- und Nutztiere vor das Fahrzeug laufen.

Abbremsen,
abblenden und hupen

Wie aber
sollten sich Autofahrer verhalten, wenn am Straßenrand ein Hirsch oder anderes
Waldtier auftaucht? Experten raten: abbremsen, abblenden und hupen. Dabei ist
es wichtig, auch den nachfolgenden Verkehr zu beachten. Wer aufblendet, begeht
hingegen einen Fehler. Durch den Lichtkegel sind die Tiere oft geschockt und
geblendet, so dass sie gerade auf der Straße stehen bleiben statt sie zu
verlassen.

Lässt
sich ein Aufprall nicht vermeiden, heißt es: Lenkrad gut festhalten, bremsen
und versuchen, das Tier nicht frontal zu treffen. Sonst kann die
Windschutzscheibe in die Brüche gehen.

Auch wer
einem Tier ausweicht und dabei in den Graben fährt, ist bereits mit einer
Teilkasko abgesichert. Gerade bei kleinen Tieren ist es aber empfehlenswert,
nicht auszuweichen. Das Risiko, bei einem solchen Manöver in den Gegenverkehr zu
geraten oder gegen einen Baum zu prallen, ist viel drastischer als die Folgen
eines Zusammenstoßes mit dem Tier. Außerdem ist der Fahrer in der
Beweispflicht, dass tatsächlich ein Tier auf der Straße stand: das ist nicht
immer leicht nachzuweisen. 

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