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Wenn der Rücktransport aus dem Ausland 160.000 Euro kostet

Deutschland ist im Reisefieber! Dank der großen Ferien brechen viele Familien in die weite Welt auf, um fremde Kulturen zu erkunden oder einfach nur am Strand zu faulenzen. Das lassen sich die Deutschen durchaus einiges kosten. Rund 70,1 Millionen Reisen unternahmen die Deutschen im Vorjahr, so eine Auswertung des Statistikportals „Statista“ — im Schnitt gibt ein Haushalt übers Jahr gerechnet 5.500 Euro für Reisen aus.

Doch wenn der Urlaub schon teuer ist, sollen nicht noch Extrakosten anfallen: zum Beispiel wegen Krankheiten oder einem Unfall. Schon aus diesem Grund empfehlen Experten den Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung. In der Regel schon für einen niedrigen zweistelligen Jahresbeitrag zu haben, ist dieser Schutz nicht zu vernachlässigen. Denn wer im Urlaub krank wird oder Verletzungen erleidet, sieht sich schnell mit gewaltigen Forderungen konfrontiert: vor allem, wenn er sich im außereuropäischen Ausland befindet.

Krank auf Reisen — das kann teuer werden!

Um für dieses Thema zu sensibilisieren, hat aktuell ein großer deutscher Automobilclub mal vorgerechnet, was allein ein Rücktransport in heimische Gefilde kosten kann. Schon wenn das siebte Bier am Ballermann schlecht war und der Magen rebellierte, muss mit Kosten von 24.000 Euro von Mallorca bis Deutschland geplant werden. Ein Rückflug von Antalya in der Türkei 31.000 Euro. Und wer von Thailand unter Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine zurückgebracht werden muss, der sollte besser ein dickes Sparkonto haben: Das kostet stolze 160.000 Euro!

Zwar hat Deutschland mit vielen Staaten ein Sozialversicherungs-Abkommen geschlossen, so dass Krankheitskosten bis zu einem bestimmten Punkt abgedeckt sind. Aber die Krankenversicherer erstatten in der Regel nur so viel, wie sie auch in Deutschland für eine vergleichbare Behandlung zahlen müssten. Der Reiserücktransport gehört in der Regel nicht zum Leistungskatalog der Krankenkassen. Diese Aufwendungen müssen folglich selbst gezahlt werden, wenn keine private Zusatzversicherung besteht. Zudem besteht mit vielen populären Reiseländern keine solche Vereinbarung: etwa mit den USA oder Australien.

Was ist versichert?

Sind die Auslandsreise-Policen auch vergleichsweise billig, sollte dennoch ein genauer Blick ins Kleingedruckte geworfen werden. Der Leistungskatalog der Anbieter zeigt oft große Unterschiede. So erstatten manche Anbieter nur einen Rücktransport in die Heimat, wenn er medizinisch notwendig ist. Andere hingegen schon dann, wenn dies die Heilungsprognose verbessert.

Ebenfalls heimtückisch: Manch privater Anbieter zahlt nur für die stationäre Behandlung, wenn der Krankenhaus-Aufenthalt im Ausland länger als zwei Wochen dauerte. Um hier nur einige Beispiele drohender Fallstricke zu nennen. Deshalb sollte ein solcher Vertrag nicht einfach schnell im Reisebüro abgeschlossen werden, ohne dass sich die angehenden Urlauber über die Details informiert haben: Dann drohen Leistungslücken. Einige Versicherer verlangen auch eine Selbstbeteiligung von ihren Kunden.

Übrigens noch ein Tipp: Natürlich können auch Reisedokumente abhanden kommen, etwa geklaut werden oder auf Reisen verloren gehen. Deshalb empfiehlt es sich, wichtige Papiere wie Reisepass, Krankenversicherungs-Beleg oder Impfausweis digital zu sichern, etwa auf einem Server. So hat man eine Kopie zur Hand, auf die im Notfall zurückgegriffen werden kann.

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